Die Visionssuche ist ein Wendepunkt in deinem Leben!

Visionssuche in der Pubertät
Visionssuche

Bei der Visionssuche geht es um das Erkennen der eigenen Kraft

Bevor für den jungen Menschen die Phase der Pubertät beginnt, ist es Zeit für die Visionssuche. Die Firmung oder Konfirmation sollte Ersatz für die Visionssuche sein, der tiefere Sinn ist jedoch verloren gegangen. Somit haben die meisten von uns diesen Übergang nicht bewusst erlebt, und die Folgen sind nicht zu übersehen: Menschen auf der Suche nach Sinn und nach sich Selbst.

Suchende holen diesen Schritt im Lebensrad als Erwachsener nach

Von großer Wichtigkeit bei der Visionssuche ist, dass die Vision herausgefordert wird. Das heißt, sie tritt nicht spontan an die Person heran, sondern wird gesucht, was eigene Aktivität voraussetzt. Diese Suche ist eine Suche nach sich selbst. Sie ist der erste Schritt auf dem langen Weg der Ablösung von den Eltern und zur Selbständigkeit.

In unserer heutigen Kultur ist das Wissen um diesen wichtigen Schritt im Leben eines jeden Menschen verlorengegangen, so dass ein Kind, das auf Visionssuche gehen möchte, meistens auf Widerstand seitens der Eltern und Unverständnis seitens der Freunde stößt.

Für die Entwicklung eines Menschen ist es aber wichtig, die Loslösung von den eigenen Eltern bewusst zu vollziehen, denn nur so hat er die Möglichkeit, eine selbständige, unabhängige Persönlichkeit, ein Erwachsener, zu werden. Selbst heute noch haben viele junge Menschen gerade im Stadium der Vorpubertät den Drang, alleine zu sein und isolieren sich zeitweise von ihrer Umwelt.

Die Visionssuche gab den jungen Menschen genau das, was sie zu dieser Zeit brauchten, Isolation, um zu sich selbst zu finden

Selbst wenn jedoch Eltern ihrem Kind heutzutage erlauben würden, auf Visionssuche zu gehen, würden sich einige Schwierigkeiten ergeben.

Die Werte und Normen unserer Gesellschaft haben sich im Laufe der Jahrtausende natürlich gewandelt. Würden Eltern ihrem Kind erlauben, einige Zeit ohne feste Nahrung, in völliger Einsamkeit, in einem Wald zu verbringen, würden sich früher oder später die Behörden einschalten. Den Eltern würde eine Anzeige wegen Verletzung der Aufsichtspflicht oder ähnliches drohen. Sie würden höchstwahrscheinlich als verrückt oder einer obskuren Sekte zugehörig angesehen werden und verlieren schlimmstenfalls das Sorgerecht für ihre Kinder.

Die Kinder, die auf dieser Visionssuche etwas Wichtiges erfahren hätten, würden keine Möglichkeit haben, über das Erlebte mit Gleichaltrigen zu sprechen und ihre Erfahrungen auszutauschen, sie kämen sich ausgegrenzt vor.

Ein weiteres Defizit ist die veränderte Natur

Selbst wenn die Visionssuche wieder gesellschaftlich akzeptiert oder zumindest toleriert werden würde, ergäbe sich ein anderes Problem. Es gibt in unserem Raum kaum noch einen Platz in unberührter Natur, wo nicht nach einiger Zeit Spaziergänger oder Forstbeamte vorbeikämen, mal ganz abgesehen von den Fragen, die man zu beantworten hätte.

Die Visionssuchenden in früheren Zeiten wussten, dass die Chance bestanden hätte in der Wildnis auf Wölfe, Bären, Luchse und andere Raubtiere zu treffen. Sie waren sich der Gefahr ihrer Visionssuche vollauf bewusst. Auch das war ein Teil der Vision, eins zu werden mit der Natur und sich ihren Gesetzen zu unterwerfen. Andererseits sind gerade die großen Raubtiere auch Mittler zwischen den Welten und als Krafttiere bekannt, die sehr wohl auch Bestandteil einer Vision sein können.

Visionssuche im Wohnzimmer

Da die Frauen in heutiger Zeit zuvor niemals rituell in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen wurden, obwohl sie alle schon volljährig sind, sind sie im schamanischen Verständnis noch „Nichterwachsene“.

Aus oben genannten Gründen, ist die Visionssuche im Wald nicht mehr optimal, obwohl nichts dagegen spricht, dort nach seiner Vision zu suchen. Wenn also jemand von euch die Möglichkeit hat, ein garantiert ungestörtes Plätzchen im Wald zu nutzen und ihr in den Wald gehen möchtet, dann tut es. Am besten ist es also, die Visionssuche in den eigenen vier Wänden zu wagen.

Wichtig für die Suche ist, dass ihr während dieser Zeit fastet

Lasst euch jedoch vorher untersuchen, ob ihr organisch gesund und kräftig genug seid eure Visionssuche heil zu überstehen. Allerdings seid ihr letztendlich selbst für euch verantwortlich. Ihr entscheidet, ob und wann ihr auf die Suche gehen wollt. Verzichtet auf bewusstseinsverändernde Mittel jeglicher Art, ihr werdet auch ohne ziemlich high sein.

Die Visionssuche ist der erste Schritt auf einem Schamanischen-Weg

Ein Wochenende zu Hause genügt völlig, ihr könnt euch auch mehr Zeit nehmen, allerdings rate ich davon ab, länger als zehn Tage zu fasten:

  • Fangt am besten Freitag, nach Feierabend, an.
  • Achtet darauf, dass ihr an diesem Tag nur leichte Kost zu euch nehmt und auf Alkohol verzichtet.
  • Sagt euren Bekannten Bescheid, dass ihr übers Wochenende für die Zeit, die ihr eingeplant habt, nicht erreichbar seid, damit sich niemand Sorgen machen muss, wenn ihr nicht ans Telefon geht.
  • Ihr solltet allein zu Hause sein, wartet also einen günstigen Zeitpunkt ab, zum Beispiel wenn eure Familie im Urlaub ist und ihr die Wohnung oder das Haus für euch alleine habt.
  • Zieht den Telefonstecker raus. Telefonieren oder sonstige Kommunikation mit anderen Personen während dieser Zeit sollte vermieden werden.
  • Seht nicht fern, hört kein Radio, benutzt kein elektrisches Licht oder elektrische Geräte.
  • Lest keine Bücher, geht nicht raus.
  • Fastet und meditiert und tut gar nichts.

Stellt euch vor, ihr seid in der Wildnis. Alle Dinge, die ihr dort nicht zur Verfügung habt, könnt ihr jetzt auch nicht benutzen. Sitzt einfach nur da und wartet, wartet auf eure Vision. Sie kann auf verschiedene Arten an euch herantreten, aber sie wird kommen, wenn ihr ernsthaft daran interessiert seid.

Die Zeit der Suche schärft die Sinne

Visionen sind meistens sehr kraftvoll, und nach einem Wochenende kommen uns die vorher vertrauten Geräusche sehr laut und fremd vor und das Gewimmel der vielen Menschen wirkt etwas irritierend.

Für einen Menschen, der in unserer technisierten, konsumorientierten Gesellschaft lebt, ist es sehr schwer, auch nur einige Minuten ohne Ablenkung oder Kommunikation zu verbringen. Das Gefühl der Einsamkeit, des Alleinseins während der Visionssuche kann eine erschreckende Erfahrung sein. Aber nur so, allein mit sich selbst, kommt die Welt zum Stillstand.

Nur so können wir das wahrnehmen, was sonst durch zu viel Lärm und visuelle Reize bedeckt wird. Und nur so wird uns unsere Vision geschenkt.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du deine erste Visionssuche bereits hinter dir? Oder möchtest du den Schritt wagen, und erzählst uns danach wie es dir ergangen ist?

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Buchtipp zum Thema:

Buchtipp zur Visionssuche
Vision Quest – Visionssuche: Allein in der Wildnis auf dem Weg zu sich selbst

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