In Europa kann man auf das alte, mündlich überlieferte keltische Jahresrad mit seinen Festen zurückgreifen.

Diese Feste im Lauf des Jahresrad können an das heutige Bewusstsein angepasst werden und die entsprechenden Übergangsrituale gefeiert werden.

Da die keltische Kultur nur die mündliche Tradition kannte, gibt es über diese Feste keine konkreten Aufzeichnungen über den Ablauf. Sicher ist, dass diese Übergänge im Jahr sehr eng mit der Natur gefeiert wurden.

Umso wirklicher sind aber die Traditionen und Bräuche der „Kleinen Leute“ im mitteleuropäischen Raum, die nach wie vor gelebt werden. 

Da es der Kirche nicht gelang die Urbevölkerung Europas zu Missionieren, wurden über die Feste im Jahresrad einfach christliche Feiertage gestülpt.

Anstatt die „Große Urmutter“ im Jahresrad zu begleiten, wurden nun z.B. Marienfeste gefeiert, der Hintergrund blieb gleich und die Menschen feiern bis heute im christlichen Kleid alle Feste unserer Vorfahren.

Rituale und Feste waren und sind gesellschaftliche Ereignisse. Sie sind sinnstiftend und gelten als wesentliche Orientierungshilfe zum „richtigen“ Handeln in der jeweiligen Gesellschaft.

Die keltischen Hauptfeste fanden zu ganz bestimmten Terminen des Jahres statt.

Das neolithische europäische Jahr bestand aus vier Kardinalpunkten, die dem Sonnenlauf folgten (Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen), und vier dazwischenliegenden Kreuzungspunkten, die dem Mondrhythmus folgten.

Erst unter dem Einfluss des römischen-kirchlichen Kalendariums wurden daraus festgesetzte Tage:

  • Lichtmess / Imbolc- 1. und 2. Februar
  • Ostern / Ostara (Frühlings-Tagundnachtgleiche) – 20. – 23. März 
  • Maifest / Beltane – 30. April – 1. Mai 
  • Johannistag / Litha – Sommersonnwend  – 21. Juni 
  • Kräuterweihe / Lughnasad oder Lammas (Schnitterfest) – 2. August 
  • Erntedank / Marbon – Herbst-Tagundnachtgleiche – 20. – 23. September
  • Allerseelen und Allerheiligen / Samhain – 31. Oktober – 1. November
  • Weihnachten / Julfest oder Modhro – Wintersonnwend – 21.-24. Dezember 

Das Jahresrad wirkt bis in unsere Zeit in die frühkindliche Erziehung hinein. Kaum ein österreichischer oder deutscher Kindergarten, der sich nicht am „Jahresrad“ orientiert.


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